Überblick
- 24.12.2011 Presseschau: Santa Lucia in Roggenburg
- 13.07.2011 Konzertrückschau Altenstadt 2011
- 06.04.2011 Vocalensemble Landsberg begeistert mit „Liebe geht durch den Magen“
- 26.10.2010 Himmlische Klänge mit Chor, Bläsern und Percussion
- 23.04.2010 Harmonische Stimmen - Das Vocalensemble Landsberg war in der Basilika Altenstadt zu hören
- 23.04.2010 Von der Hymne zum Inferno - Konzert „Vocalensemble Landsberg“ zeigt eindrucksvoll, welche unterschiedlichen Zugänge Komponisten zum Kreuz finden
- 01.12.2009 Innige Einheit
- 01.12.2009 Die Entfesselung der wahren Stimmgewalt
Aushängeschild der Stadt
01.12.2009 Von: Bärbel Knill
Landsberg Es ist in der deutschen und Internationalen Chorszene eine feste Größe: Das Landsberger Vocalensemble. Für viele der langjährigen Mitglieder bedeutet es neben der erlebten Musik und den gewonnenen Preisen und Auszeichnungen auch ein Stück ihrer Jugendzeit. In diesem Jahr besteht dieses sängerische Aushängeschild der Stadt seit 20 Jahren. Im Rahmen eines Jubiläumskonzerts in der Berufsschule soll dies nun gefeiert werden.
Wie alles begann
Die Geschichte des Vocalensembles begann, als 1982 ein junger, ehrgeiziger und äußerst charismatischer Musiker die Leitung der städtischen Sing- und Musikschule übernahm: Karl Zepnik. Er gründete den Jugendchor, größtenteils aus Schülern der Singklassen der vorhergehenden Musikschulleiterin Gertraud Moratscheck. Den Chor baute er so weit auf, dass er 1990 erfolgreich an seinem ersten Deutschen Wettbewerb in Stuttgart teilnehmen konnte.
Von da an erfuhr das Vocalensemble einen rasanten Aufstieg durch zahlreiche nationale und internationale Wettbewerbe. Es hagelte Preise und Auszeichnungen: 1. Preis beim internationalen Chorwettbewerb in Budapest 1991; 1. Platz im Landesentscheid für den 4. Deutschen Chorwettbewerb in Regensburg 1993; zweimal das Goldene Diplom vom Internationalen Smetana-Chorwettbewerb in Tschechien; „Grand Prix“ des Internationalen Mendelssohn-Bartholdy-Chorwettbewerbs in Dautphetal bei Marburg; Preise von Wettbewerben in Irland, Italien, USA, Griechenland, Großbritannien. Stefanie Oeller und Sabine Koller, zwei Mitglieder des Vocalensembles von Anfang an, waren damals um die 20 Jahre alt, wie etwa der Durchschnitt der Sänger und Sängerinnen. „Die Teilnahme an internationalen Wettbewerben war anfangs für uns ein großer Schritt“, kommentiert Sabine Koller. „Aber die Preise waren für uns nicht das Wesentliche. Das Wichtige war die Gemeinschaft, die emotionale Bindung an den Chor und unseren Leiter.“
So war es diese Emotionalität, die dem Vocalensemble seinen typischen, ergreifenden Klang verlieh. „Karl Zepnik war ein extrem emotionaler, leidenschaftlicher Chorleiter, er liebte und lebte die Musik, die er dirigierte, und der Chor folgte jeder noch so kleinen Bewegung von ihm“, erinnert sich Sabine Koller.
Inszenierung der Bernauerin 1994
Zu den Highlights der Chorgeschichte gehörten die Inszenierung der „Bernauerin“ von Carl Orff auf Schloss Igling (1994) sowie seit 1990 die regelmäßige Aufführung der Orffschen „Carmina Burana“ zum Ruethenfest, mit Unterstützung durch weitere Landsberger Chöre. Eines der beliebtesten Programme des Vocalensembles ist bis heute das weihnachtliche Santa-Lucia-Konzert, für das Karl Zepnik erstmals bayerische mit schwedischen Volksliedsätzen kombinierte.
Viele Jahre stand das Vocalensemble für Chormusik in Konzerten auf auswärtigen Festivals und heimischen Veranstaltungen.
2006 trat der bisher größte Einschnitt in der Geschichte des Chores ein: Karl Zepnik übernahm die Leitung der Musikakademie in Marktoberdorf und gab die Leitung des Vocalensembles auf. Es folgte eine schwierige Phase für den Landsberger Chor, bei der seine Existenz auf der Kippe zu stehen schien. Die Stadt Landsberg wollte das Vocalensemble weiterhin erhalten, doch die Personalunion Leiter der Musikschule und Leiter des Vocalensembles sollte es zukünftig nicht mehr geben. Damit das Vocalensemble in dieser sensiblen Phase nicht auseinanderbrach, übernahm Kirchenmusiker Johannes Skudlik übergangsweise die Leitung.
Es fanden nun mehrfach Probedirigate statt, und schließlich unterstützte der Chor die Bewerbung eines Musikers aus der Oberpfalz: Matthias Utz. Mit dem Dirigentenwechsel startete das Vocalensemble 2007 neu, einige der Mitglieder verließen den Chor, und neue Sängerinnen und Sänger kamen hinzu.
„Mit der neuen Leitung hat für das Vocalensemble eine völlig neue Phase begonnen“, erklärt Stefanie Oeller, „auch wenn noch einige Sänger von früher dabei sind.“ Doch fest steht: Erste Erfolge stellen sich bereits wieder ein, wie beim Chorwettbewerb im österreichischen Spittal im Juli dieses Jahres, wo die Landsberger als bester europäischer Chor abschnitten. Das Landsberger Vocalensemble hat ein neues Kapitel aufgeschlagen.
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